Kopie von Chelsea Hotel 2020-06-02T11:10:16+00:00

Exklusiv bei Galerie Ahlers

Albert Schöpflin

Fotos von 1969 bis 1971
im Chelsea Hotel

 

Im Jahr 1966 initiierte der US-amerikanische Künstler Andy Warhol (1928–1987) in seinem Film „The Chelsea Girls“ eine Einsicht schaffende Suche. Diese nahm für die Betrachtenden jedoch ein jähes Ende. Zurückgelassen auf einem von verwirrender Ehrlichkeit gesäumten Weg, der in zweigeteilter Form keinen Ausweg besaß, musste das Publikum sich fragen, was für filmische Bilder Warhol da wohl geschaffen hatte. Denn die verheißungsvollen Einblicke wurden alsbald beendet, die zuvor noch durch den Titel und das dazugehörige Filmplakat suggeriert wurden. Zurück blieb ein Film, der nicht ohne Grund bis heute seinen avantgardistischen Status aufrechterhalten konnte und im Überall der Lesbarkeiten verweilt.

“mehr“

In diesem unkonventionellen Film von etwas mehr als drei Stunden Lauflänge, der sich bisweilen über die Normgrenzen erstreckt, offeriert Warhol im Episodencharakter unterschiedliche Sichtweisen auf Menschen, Orte und Situationen seiner Zeit. Nicht auf einer, sondern auf zwei Bildebenen wird das bis heute von Legenden umwobene Chelsea Hotel in New York City – neben weiteren Drehplätzen – zum Ort einer Nicht-Erzählung, die weder Einleitung, Hauptteil noch Schluss beinhaltet. Warhol zeigt Menschen, die für die Augen der Betrachtenden bisweilen obszöne, anstößige oder unverständlich erscheinende Handlungen vollziehen. Brutalität, Selbstsucht und der Drang nach alleiniger Aufmerksamkeit sind die neuen Akteure, die an die Stelle einer erzählerischen Komponente dieser filmischen Sicht getreten sind. Die Zweiteilung des Bildes (engl. Split Screen), die zunächst verwirrend und die Erschließung des Schauenden im Bildfeld stetig springen lässt, erweist sich bei genauerer Hinterfragung jedoch als Möglichkeit der Verständniserringung. Denn so wie der Film sich jeweiliger Narration oder einem stringent folgenden Drehbuch abwendet, so zeigt er dem Publikum doch eine Sicht, die nicht vorherbestimmt oder vorformuliert, sondern in aufgeteilter, teils asynchroner Weise das Leben selbst widerspiegelt.

Die Galerie Ahlers in Göttingen schließt sich dieser Widerspiegelung an und zeigt ein umfassendes Fotokonvolut aus den Räumen des Chelsea Hotel zu Beginn der 1970er Jahre. Die Fotografien, die teils bekannte Persönlichkeiten wie Patti Smith (1946–) oder Robert Mapplethorpe (1946–1989) zeigen, die selbst im Chelsea Hotel ein und aus gingen, geben einen Einblick in ein Haus und seine Bewohnerinnen und Bewohner, der ebenso mehrschichtig und verwirrend daherkommt, wie es die filmischen Bilder Andy Warhols einige Jahre zuvor getan haben. Bildsujets von dreckigen Räumen, die nicht zum betreten einladen und in ihnen befindliche, von vorrangig negativ konnotierten Klischees versehende Personen, geben den Bildern keine Eigenschaften des Verweilens und Erschließens auf. Doch erneut sind auch die fotografischen Zeugnisse ein kanalisiertes Indiz für das Leben und die manchmal nicht einladenden Gegebenheiten, die dennoch relevant und auf einen zweiten Blick von enormer Wichtigkeit und Informationsdichte sein können.

“weniger“

Chelsea Hotel 1

Chelsea 4

Chelsea 7

Chelsea 10

Chelsea 13

Chelsea 16

Chelsea 19

Chelsea 22

Chelsea 25

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