Otto Modersohn – Moor – Birken – Abendsonne 2019-07-17T12:02:23+00:00

Otto Modersohn

Der deutsche Landschaftsmaler Otto Modersohn (* 1865 in Soest; † 1943 in Fischerhude) beginnt im Jahre 1884 ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er die Elementarklasse von Heinrich Lauenstein, die Antikenklasse von Peter Janssen, die Ornamentikklasse von Adolf Schill sowie die Landschaftsmalklasse von Eugen Drücker besucht. Nach vier Jahren wechselt er zu Kunstakademie Karlsruhe in die Klasse von Hermann Baisch. Vom streng akademischen Umgang enttäuscht beginnt er schnell, nach außerakademischen Wegen als Künstler zu suchen und folgt der Hoffnung, durch Reisen Inspiration zu finden. Während eines Aufenthalts in Paris 1889 lernt er Werke Barbizons und Cézannes kennen. Noch im gleichen Jahr gelangt er mit Fritz Mackensen nach Worpswede. Es folgt die Gründung der Künstlerkolonie Worpswede mit Mackensen und weiteren Künstlern, welche 1895 erstmals in der Bremer Kunsthalle ausstellen. Doch bereits vier Jahre später tritt Modersohn aus ebenjener Vereinigung wieder aus.

Die moordurchzogene norddeutsche Landschaft, deren ursprüngliche Rauheit und Unberührtheit werden und bleiben für Modersohn sowohl Inspiration als auch Hauptsujet seiner Arbeiten. Neue Impulse erfährt der Künstler durch die Heirat mit Paula Becker im Jahre 1901 und die damit verbundenen gemeinsame Reisen durch Deutschland und Frankreich. Obwohl zunächst nach Worpswede zurückgekehrt, siedelt er nach dem Tod Beckers (1908) nach Fischerhude um. Zunehmend gewinnt die impressionsgeleitete Auffassung der Naturwahrnehmung an Wichtigkeit, welche mit Vereinfachung und verschwimmenden Landschaften einhergeht, wobei letzteres auch der schwindenen Sehkraft Modersohns geschuldet ist.